Die Gestalter der Zukunft sind Dolmetscher und Erschaffer von Symbolwelten. Symbolwelten, die stellvertretend für gesellschaftliche Schnappschüsse, Auseinandersetzungen und Problemstellungen stehen.



Eine Arbeitswelt, die auf einer Struktur aufbaut, die einen Großteil der zu leistenden Arbeitsinhalte innerhalb eines Gestaltungsprozesses ausblendet, wird zwar kurzfristig betrachtet vor weniger Probleme gestellt, verliert aber langfristig die Möglichkeit sich neuen Perspektiven zu öffnen.
Darin steckt für mich ein ganz neuer Gedanke. Solange wir unsere Tätigkeit als eine rein auf das zu bewertende Produkt abgezielte Dienstleitung verstehen, unsere Arbeitsprozesse rein auf die Erarbeitung dieser Produkte hin organisieren, werden wir das aktuelle Potential unserer Branche nicht entfalten können. Wir brauchen ein neues Verständnis, ein neues Selbstbild, eine neue Herangehensweise, mit welcher wir uns unseren Aufgaben widmen. Nur dann besteht die Möglichkeit auch nach außen ein anderes Selbstbild  zu generieren.

Wir müssen den Entwicklungsprozess weiter anstoßen, der unseren Beruf weg von einer reinen Dienstleistung hin zu einer Methodik als Werkzeug zu lenken vermag, um Problemstellungen, gesellschaftliche Entwicklungen und Auseinandersetzungen zu durchleuchten, zu fördern und ihnen eine Plattform zu bieten. Wir sind keine Corporate Designer, Webdesigner, Kommunikations Designer oder Sonstiges. Das sind nur Beispiele für Anwendungsgebiete, die sich direkt aus unseren handwerklichen Fertigkeiten ableiten lassen. Wir sind Gestalter. Ausgebildete Fachkräfte, die Wegbegleiter, Analytiker und Dolmetscher komplexer Prozesse für soziale, politische, ökonomische und ökologische Entwicklungen darstellen können.

Was bedeutet das im Umkehrschluss? Wie sähe unser Beruf aus, wenn wir keine reinen Dienstleister mehr wären? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, müssen wir uns vor Augen führen, was wir eigentlich tun. Wir müssen unsere Aufmerksamkeit weg von dem Oberflächlichen (Ebene der konkreten

Umsetzung) hin zu subtileren, tieferen Inhalten unseres Schaffens lenken (Ebene der umgebenden Faktoren). Wenn wir diese Bestandteile unseres Schaffensprozesses ins Bewusstsein rufen, sie als Teil unseres Arbeitsalltags integrieren, dann können sich neue Perspektiven eröffnen.

 

Mit meiner Forschungsarbeit bin ich diesen tieferen Inhalten näher gekommen. Ich wollte erkennen können in welcher Gestalt sie auftreten und wann sie auftreten. Ziel meiner Arbeit war es, den Gestaltungsprozess auf eine neue Bühne zu stellen. Als Zuschauer und Analytiker dieses Stücks haben sich mir ganz neue Horizonte eröffnet, die zu einem neuen, ganzheitlichen Verständnis geführt haben. Diese Erkenntnisse möchte ich mit ihnen teilen!



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